Page 37

boss 02-2017

bestimmten Einzugsgebietes. So definiert es das Beratungs- und Technologieunternehmen Artegic in Bonn. Ziel ist es also, die richtige Person am richtigen Ort zu erreichen. Voraussetzung dafür ist, dass der Kunde die GPS-Funktion auf seinem Gerät aktiviert hat. Mit Locationbased Marketing untrennbar verbunden ist der Begriff Geofencing: Beim Geofencing wird ein unsichtbarer „Zaun“, z. B. in Form eines W-LAN Netzes, um ein bestimmtes Gebiet errichtet. Betritt der Kunde dieses Gebiet, wird er vom Geofencing-System des Unternehmens erfasst. Location-based Marketing eignet sich insbesondere für Unternehmen, die ihre Produkte oder Services innerhalb eines größeren Gebietes promoten wollen. Als Beispiel soll ein Restaurant dienen, das einen Coupon an Personen innerhalb eines bestimmten Radius aussenden will. Die Nähe zum Kunden Um jedoch wirklich personalisierte Kommunikation betreiben zu können ist „Proximity“, also Nähe, der Schlüssel zum Erfolg. Proximity Marketing kann als eine tiefergreifende Form von Location-based Marketing verstanden werden. Dabei ist es möglich, Personen zentimetergenau zu orten und beispielsweise Kunden zu erreichen, die gerade am eigenen Laden vorbeilaufen. Die häufigsten Technologien, die im Zuge dieser Form des Marketings zum Einsatz kommen, sind Bluetooth Low Energy (BLE), Beacons, Near Field Communication (NFC) und Wi-Fi. Während sich Location-Based Marketing also auf ganze Gebiete mit einer Genauigkeit von ca. 50 Metern erstrecken kann, wird Proximity Marketing eher auf Shop-Ebene z. B. in Kaufhäusern betrieben. Welche Form sich für ein Unternehmen besser eignet, hängt davon ab, ob man mit dem Kunden innerhalb eines größeren Gebietes inter - agieren will oder ob man detailliertere Kundeninformationen benötigt, um etwa herauszufinden, wie lange der Kunde ein bestimmtes Produkt betrachtet. Welche Werbung kommt an? Wichtig allerdings: Kunden sind mobiler, ortsbezogener Werbung gegenüber dann aufgeschlossen, wenn diese für sie sinnvoll, individuell ausgerichtet und von Vorteil ist. Das hat Greven Medien in einer repräsentativen GfK-Umfrage herausgefunden, in der speziell nach mobiler Werbung im lokalen Handel gefragt wurde. Demnach erzielen Händler die größte Akzeptanz, wenn sie Location based Services, die sowohl den Zugriff auf Nutzerstandort als auch die Zustimmung des Kunden zu Push-Nachrichten voraussetzt, nutzerfreundlich gestalten. Wichtigstes Kriterium: Kunden möchten Inhalte selbst auf ihre Interessen abstimmen. Doch auch die Preissensibilität spielt eine große Rolle, denn Kunden akzeptieren Push-Nachrichten eher, wenn sie dadurch Geld sparen oder Coupons erhalten. Wichtig sind auch kurze und übersichtliche Inhalte sowie eine angemessene Häufigkeit. „Durch mobile Werbung hat der lokale Handel eine Chance wieder entdeckt zu werden – sowohl bei den jüngeren Kunden als auch bei den älteren", erklärt Partrick Hünemohr, Geschäftsführer von Greven Medien. „Gerade Location-based Services, zum Beispiel über die App von Gelbe Seiten, bieten enormes Potenzial. Sie ermöglichen die Nähe zum Kunden und die Kommunikation der Angebote in Echtzeit.“ �� Bild: Dan Race, Fotolia


boss 02-2017
To see the actual publication please follow the link above