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boss 02-2017

B-to-B-Plattform in Deutschland gestartet Gefahr oder Chance? aMaZON BuSINESS | am 6. Dezember 2016 war es soweit: Der Online-Riese amazon hat seine B-to-B-Plattform amazon Business in Deutschland gestartet. Gespannt blickt die Branche auf die Entwicklung der vielversprechenden B-to-B-Schiene. Das Angebot richtet sich an Unternehmen jeder Größe und bietet eine Reihe auf sie zugeschnittener, neuer Funktionen – darunter Kauf auf Rechnung, Darstellung von Netto-Preisen und Rechnungsstellung für Millionen von Produkten sowie Konten für mehrere Nutzer. „Viele gewerbliche Kunden bestellen bereits heute bei Amazon.de – jetzt kommen neue, auf sie zugeschnittene Funktionen hinzu“, sagt Florian Böhme, Senior Manager Amazon Business Deutschland. Jörg Dennig, Geschäftsführer der im Jahre 1828 gegründeten 10 Ι boss 1/2-Februar 2017 Jung Bonbonfabrik, einer der ältesten Süßwarenhersteller in Deutschland, sagt: „Wir nutzen Amazon schon seit Jahren – etwa um Kaffeemaschinen, Beamer, Computer oder Werkzeuge zu beschaffen. Amazon Business und die neuen Funktionen wie beispielsweise Bezahlung per Rechnung heben jetzt unsere gesamte Einkaufsabwicklung auf ein ganz neues Level.“ Bedeutung im PBS-Bereich Was der Start der Plattform für den PBSHandel bedeutet, ist noch nicht abzusehen. Hersteller und Handel beobachten die Entwicklung sehr genau, der ein oder andere beteiligt sich bereits an dem neuen Projekt, andere warten ab und sehen das Geschäftsmodell als Bedro- hung. Klausdieter Schecker, Geschäftsführer von Wolfgang Walter in Darmstadt geht davon aus, dass Amazon Business am Markt insbesondere bei mittleren und kleineren Geschäftskunden sehr erfolgreich sein wird und gewichtig dazu beitragen wird, Onlineportale als Business-Beschaffungslösung noch schneller ganz weit nach vorne zu bringen. „Dies bedeutet für uns, dass wir uns auf einen neuen bedeutenden Wettbewerber und eine veränderte Marktsituation einstellen müssen. Damit haben wir im Hause Walter bereits begonnen und werden dabei als Mitglied der Gruppe der Bürodienstleister durch die Gruppe massiv unterstützt“, so Schecker. Er ist mit seinem Unternehmen nicht der einzige, der die neue Plattform als Vertriebsweg nutzt. „Ja, wir haben uns bereits als Anbieter bei Amazon Business angemeldet und sind gleich zum Jahresanfang 2017 mit ersten Angeboten gestartet. Wir sehen hierdurch einen ergänzenden Marktzugang und die Möglichkeit, mehr Erfahrungen über diesen Vertriebsweg zu gewinnen.“ Ebenso verfährt Kaut-Bullinger in München, wie Bernhard Greinsberger, Geschäftsführer Kaut-Bullinger Bürobedarf, erklärt: „Wir sehen Amazon als weiteren Vertriebskanal für Kaut-Bullinger, weil wir damit neue Kunden erreichen, die wir sonst nicht erreichen würden. Gemeinsam mit Amazon haben wir entschieden, dass die Kernkompetenzen Logistik, Sortiment und Preis bei Kaut-Bullinger bleiben.“ Mittelfristig sieht auch er Amazon als gewichtigen Player im deutschen Bürobedarfsmarkt. Gefahr oder Chance Der Markt wird sich also auch weiterhin verändern und konzentrieren – Amazon Business kann daher entweder als Klausdieter Schecker, Geschäftsführer Wolfgang Walter, und Bernhard Greinsberger, Geschäftsführer Kaut-Bullinger Bürobedarf, sehen in amazon Business eine Chance für ihr Business.


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