boss - Unternehmen
Kaut-Bullinger

Gemeinsam viel erreicht

In der Taufkirchener Unternehmenszentrale, aber auch an allen anderen Standorten der Kaut-Bullinger-Gruppe ist nach den turbulenten Monaten des vergangenen Jahres wieder weitgehend Ruhe eingekehrt.

Bei Kaut-Bullinger steht der Einzelhandel, hier das Hauptgeschäft in der Münchner Rosentraße, in keiner Weise zur Disposition.
Nach dem Ausscheiden bei Soennecken hat man in der Inter-ES längst eine neue Heimat gefunden. Die Mitarbeiter können sich wieder auf das Tagesgeschäft konzentrieren. Holding-Geschäftsführer Robert Brech hat damit den Rücken frei, sich um die strategischen Themen zu kümmern. Als Robert Brech im Sommer des vergangenen Jahres sein Engagement bei Kaut-Bullinger begann, da mag er aufgrund seiner langen Einzelhandelserfahrung durchaus eine Idee davon gehabt haben, in welchen Problemen Kaut-Bullinger steckte. Aber die Gemengelage aus Anforderungen der Banken, Trennungsproblematik von der Genossenschaft Soennecken, kurzfristige Suche nach einer neuen Abrechnungsheimat und großer Unsicherheit im Mitarbeiterkreis dürfte ziemlich einmalig gewesen sein. In dieser Situation, so Brech, kam ihm sein breiter Erfahrungsschatz aus unterschiedlichen Engagements im Einzelhandel, vom familiengeführten Schweizer Einzelhandelsfilialisten Charles Vögele bis hin zu eher konzerngebunden Kaufhausunternehmen zugute. Und natürlich seine Lebenserfahrung, die ihn sehr schnell die richtigen Prioritäten setzen ließ.

Für Holding-Geschäftsführer Robert Brech ist es entscheidend, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter optimistisch in die Zukunft blicken.
Drei Restrukturierungsphasen
„Ich habe drei Phasen der Restrukturierung definiert, die wir nacheinander abarbeiten müssen“, so Robert Brech. Phase A, wie er es nennt, waren Sofortmaßnahmen, um das Unternehmen zu stabilisieren und Ruhe ins Tagesgeschäft einkehren zu lassen. Dazu gehörten in erster Linie auch Signale nach innen, beispielsweise die Zusicherung, dass man am unternehmerischen Standbein des Einzelhandels festhalten werde. Unterstrichen hat er diese Aussage dadurch, dass er sehr schnell selbst die Verantwortung für den Einzelhandel übernommen hat. „Parallel haben wir die Bestände drastisch gesenkt und in allen drei Konzernbereichen die Liquidität ausreichend und langfristig stabilisiert.“ Diese Phase ist abgeschlossen. Phase B ist terminiert bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres, das bei Kaut-Bullinger jeweils Ende März endet. Bis dahin will und muss man den Banken beweisen, dass das Unternehmen im operativen Geschäft Geld verdienen kann. „So kurz vor Abschluss unseres aktuellen Geschäftsjahres kann ich guten Gewissens sagen, dass wir unsere Ziele weitgehend erreichen und den Banken die geforderten Zahlen liefern werden“, zeigt sich Brech im boss-Gespräch optimistisch. „Dazu haben viele unserer Partner in der Branche, insbesondere aber auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend beigetragen. Gemeinsam haben wir sehr viel erreicht.“ Eines der Highlights der letzten Monate ist sicherlich die Rückgewinnung der Listung als Bürobedarfsversorger bei BMW. Dies ist nicht nur ein Signal an die Branche, es ist auch ein Erfolg für die Mitarbeiter, dass man am Markt wieder nach vorne geht.

Einzelhandel ist sicher
Entscheidend für die Zukunft von Kaut-Bullinger wird aber jetzt Phase C, wenn es um die Neuaufstellung und nachhaltige Konsolidierung des Geschäftsmodells geht. Die Taufkirchener müssen effizienter werden, müssen in einem Wettbewerbsumfeld mit stagnierenden bis rückläufigen Margen ihre Leistungen schneller und kostengünstiger an den Markt bringen. Dass dies in der bisherigen Breite des Unternehmens gelingen kann, davon ist Robert Brech mehr als überzeugt. Auch der bereits mehrfach für tot erklärte Einzelhandel „steht für mich nicht zur Disposition“. Alle Standorte, mit Ausnahme des Fachmarktes in Kassel, werden weiter geführt. Für Nürnberg sucht man parallel nach einem neuen Ladenlokal und in Aschaffenburg will man die vorhandenen Flächen umstrukturieren. „Noch in diesem Jahr werden wir unsere größte Filiale Rosenstraße zumindest im gesamten Erdgeschossbereich modernisieren und diesem einen völlig neuen, modernen und zeitgemäßen Auftritt geben.“ Und ansonsten geht es in erster Linie darum, auch wenn dies ein weithin bekannter Allgemeinplatz ist, die vorhandenen unternehmerischen Stärken weiter zu stärken. El
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