boss 6/2011 S. 22 Druckansicht zeigen!

Mit Eigenlösungen den Kunden voranbringen

Problemlöser

KrellerDas sächsische Familienunternehmen Kreller hat sich in den vergangenen 20 Jahren als E-Commerce-Experte u. a. auf Kostenstellen- und Schreibtischbelieferung spezialisiert. Das GdB-Mitglied kann sich dabei v. a. aufgrund seiner hohen Flexibilität bestens den Bedürfnissen seiner Kunden anpassen.


Die Produkte im Office-Shop werden von den Nutzern selbst eingescannt – ähnlich wie in den Ikea Möbelhäusern.
Am 1. November 1990 in den Räumen der ehemaligen Kunstlederfabrik im sächsischen Erdmannsdorf, einem Ortsteil von Augustusburg, gegründet, hat sich die H. Kreller GmbH als Dienstleistungs- und Handelsunternehmen auf den Bereich E-Commerce spezialisiert. Der Fokus liegt dabei auf Kostenstellen- und Schreibtischbelieferung, Vordruckverwaltung sowie Einrichtung. Geführt wird das Unternehmen von Harry und Sabine Kreller, sowie ihrem Sohn Lars. Die Eheleute Kreller sind beide Dipl. Ing. der Technischen Kybernetik. Ihr Sohn Lars hat Wirtschaftsinformatik studiert und ist im September 2010 wieder voll in das Unternehmen eingestiegen. Zusammen sind sie als „Prozessleute“ lösungsorientiert veranlagt: „Wir haben großes Interesse an Prozessoptimierung und Einsparpotenzialen“, betont Harry Kreller. Als Problemlöser bieten sie optimierte Beschaffungsprozesse an. „Wir bringen den Kunden voran. Dabei setzen wir auf Eigenlösungen und können uns so bestens an den Kunden und seine Bedürfnisse anpassen“, betont Herr Kreller. „Wir können alles bedienen, egal welche Schnittstelle. Wir sind sehr flexibel.“ Die elektronische Durchgängigkeit der Beschaffungskette, vom Ort wo der Bedarf entsteht bis in die Kommissionierung des Fachhandelsunternehmens und zurück in die Haushalts-/Controllingabteilung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Prozesskosten in der

Beschaffung. Jeder versierte Einkäufer kennt die Diskrepanz zwischen den hohen Beschaffungskosten und dem niedrigen Materialwert bei der C-Artikelbeschaffung.


Mit einem gestrafften Kernsortiment decken die Office-Shops den ministerialen Grund­bedarf an PBS-Artikeln ab.
Bedienerlose Geschäfte

Im Jahr 2000 wurde der erste Onlineshop – von den Krellers liebevoll als Internet-Kaufhaus bezeichnet – eröffnet. Im selben Jahr gewannen sie eine Aus­schrei-bung einer Krankenversicherung und durften zum 1.01.2001 für das Unternehmen eine Belieferung über eine kombinierte Office-Shop/Online-Shop-Lösung realisieren. Die Office-Shops in den Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz sind bedienerlose Geschäfte, die mit einem Konsignationslager vergleichbar sind. Seit Januar 2011 führen Krellers nun einen Office-Shop in der Sächsischen Staatskanzlei und einen im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft in Dresden. „Unmittelbar vor Weihnachten letztes Jahr haben wir den Auftrag der Ministerien erhalten. Wenige Tage später musste alles fertig sein. Das war eine besondere Herausforderung, die wir bestens gemeistert haben“, berichtet Sabine Kreller stolz. Im Office-Shop selbst, der über ein Zugangssystem mit Code-Karte geschützt und 24 Stunden geöffnet ist, ist ein gestrafftes Kernsortiment – ca. 300 Artikel – verfügbar. Somit wird der Grundbedarf an PBS-Artikeln rund um die Uhr gedeckt. Die Produkte sind mit einem EAN-Code versehen, was das Scannen für die Nutzer einfach macht – ähnlich wie bei den Selbst-Scan-Kassen bei Ikea.


Die Eheleute Sabine und Harry Kreller und ihr Sohn Lars haben großes Interesse an Prozessoptimierung und Einsparpotenzialen.
In die Nutzer hineinversetzen

Mit Hilfe der Berechtigungskarte erhalten die Angestellten der Ministerien Zugang zum Office-Shop. Jeder Auftrag wird gespeichert und im Warenwirtschaftssystem gebucht – somit ist immer klar, was nachgeliefert werden muss. Zwei Mal pro Woche kontrolliert ein Kurierfahrer die Bestände und bestückt den Shop. Die Voraussetzungen für diese Art von Shop sind klar: ein straffes Sortiment, die Einrichtung muss gut organisiert sein (z. B. Banken, Versicherungen, Regierungsstellen ...), und es muss sich um zentrale Beschaffungsstellen handeln. „Das Wichtigste ist, sich in die Leute, die den Shop nutzen, hineinzuversetzen. Es muss einfach zu bedienen sein. Hierzu wurden sogar extra Schulungen durchgeführt“, erklärt Sabine Kreller.

Kompetenz und Teamgeist

Jährlich organisiert die Firma Kreller – Unterzeichner des PBS-Ehrenkodexes, Soennecken-Mitglied und seit 1. Januar 2010 auch Mitglied in der Gruppe der Bürodienstleister (GdB) – Hausmessen in Dresden, Leipzig oder Chemnitz. Mit 15 bis 18 Ausstellern und 200 bis 300 Besuchern sind die Messen immer hoch frequentiert. Derzeit beschäftigt die Unternehmerfamilie 25 Vollzeitkräfte, sechs Azubis, zwei Werksstudenten und zwei Teilzeitkräfte. Kompetente Mitarbeiter sind für Krellers die wichtigste Voraussetzung, um Top-Leistung zu bringen. So werden regelmäßig Mitarbeiterschulungen durch-geführt. Im Haus befindet sich dafür ein moderner Schulungsraum für zwölf Personen. „Nur wenn die gesamte Firma funktioniert, kann man erfolgreich sein. Wir haben hier einen besonderen Tagesdruck; da ist der Zusammenhalt und der Wohlfühlfaktor sehr wichtig“, betont Sabine Kreller. So ist eines der nächsten Teamevents ein gemeinsamer Kochkurs.


Auf vier Etagen mit insgesamt 3.000 qm soll aus einem alten Produktionsgebäude die neue Kommissionierung entstehen.
Erweiterung dringend notwendig

Von der Büroklammer bis zur Büroeinrichtung, vom Bleistift bis zum ergonomisch perfekten Bürodrehstuhl: Auf einer Lagerfläche von ca. 1.000 qm hält Kreller über 10.000 Büro- und Hygieneartikel bereit. Hinzu kommen rund 2.000 Vordrucke sowie Artikel aus dem Bereich Marketing. Mit Hilfe von Zwischenlagern, die z. B. im Nachtsprung beliefert werden, ist es möglich, hohe Kapazitäten zu transportieren. Dabei hat man sich vorwiegend auf Rahmenvertragskunden – rund 40 Stück mit ca. 5.000 Bestellern – spezialisiert. Nebenbei betreibt man noch ein Ladengeschäft für ortsansässige Firmen. Derzeit wird ein ehemaliges Produktionsgebäude auf dem über 6.000 qm großen Firmenareal saniert. Auf vier Etagen mit insgesamt 3.000 qm entsteht hier die neue Kommissionierung. Der Ausbau des Erdgeschosses und des 1. OGs soll bis Mitte 2012 abgeschlossen sein. Die neue Lagerfläche ist notwendig um mit effektiveren Kommissioniertechnologien arbeiten zu können, sowie mehr Platz für kundenindividuelle Sortimente, wie Vordrucke und Produkten aus den Bereichen Reinigung, Arbeitsschutz und Marketing zu schaffen. tow