1.Die Frage wird man erst nach der CeBIT beantworten können.
Allerdings gehe ich davon aus, dass die Halle 7 vermisst werden wird. Auf
der anderen Seite wurde die Halle 5.0 auf der Paperworld nicht so angenommen,
wie von den Druckerherstellern gewünscht. Auf Dauer gesehen glauben wir,
dass es nur eine Supplies-relevante Messe geben wird.
2. Aus unserer Sicht liegen in den Supplies große Potenziale
für Handel und Hersteller, die es zu nutzen gilt. Denn gemeinsam macht
es Sinn, dem Anwender die Vorteile digitaler Fotografie nahezubringen - in
diesem Fall konkret digitales Drucken versus analoges Entwickeln. Und die
sind durchaus gegeben: Bequemlichkeit (keine Wege), kein Zeitverzug (Bild
sofort), keine Entwicklungskosten, hohe Flexibilität (nur die Bilder
ausdrucken, die man auch haben möchte).
3. Verwendet man das Zubehör der Druckerhersteller, so ist es
in der Tat so, dass die Kosten eines digitalen Bildes im Vergleich zum analog
entwickelten Bild unverhältnismäßig hoch sind. Nutzt man qualitativ
hochwertige Marken-Produkte wie Rotring-Tinten und begreift die oben genannten
Vorteile, z. B. das Wegfallen der Entwicklungskosten eines Films als Teil
der Gesamtkosten, dann kann der Anwender auch heute schon zu Kosten analoger
Entwicklung drucken.
1. Eine Beurteilung, ob die Messegesellschaft Hannover mit der Auflösung der ehemaligen Halle 7 einen strategischen Fehler begangen hat, steht uns nicht zu. Im Rahmen der Lexmark-Strategie sind wir bestrebt, unsere aktuellen und potenziellen Kunden individuell und mit möglichst geringen Streuverlusten anzusprechen. In diesem Rahmen haben wir beispielsweise im September auf der Photokina unsere Lösungen im Bereich Digital Imaging einem sehr interessierten Publikum vorgestellt. Wir werden auch in Zukunft in jedem Einzelfall prüfen, mit welchen Maßnahmen die von uns anvisierte individuelle Kundenansprache erreicht werden kann.
2. Als ein Hersteller von innovativer Drucktechnologie ist es uns sehr wichtig, dass das Zubehör - wie z. B. Tintenpatronen - als ein wichtiger Funktionsbestandteil der Hardware gesehen wird. Lexmark investiert jährlich hohe Summen an Forschungs- und Entwicklungsgeldern, um Tinten und Druckköpfe permanent weiter zu entwickeln. Strengste Qualitätsstandards sorgen bereits bei der Produktion dafür, dass die volle Druckleistung der Geräte über Jahre hinweg erhalten bleibt. Unsere Aufgabe ist es, diese Tatsache unseren Kunden zu vermitteln.
3. Die Frage ist, wie man den Massenmarkt definiert. Die meisten Hersteller
bieten Tintenstrahldrucker mit exzellenter Fotoqualität bereits in einem
Preissegment ab 150,- € an. Es handelt sich hierbei bereits um einen
sehr großen Massenmarkt.
Die Tatsache, dass konventionelle Fotoabzüge aus dem Labor zumeist günstiger
sind als die Fotodrucke eines Tintenstrahldruckers gilt nur dann, wenn keine
individuellen Veränderungen an dem Foto durchgeführt werden. Bildbearbeitungen,
Vergrößerungen oder Vervielfältigungen in einem ungewöhnlichen
Format treiben die Kosten für eine konventionelle Entwicklung schnell
in die Höhe. Dem Kunden bieten sich bei der Nutzung eines Tintenstrahldruckers
allerdings viele Vorteile. Er kann den Bildinhalt und das Endprodukt selbst
beeinflussen und es in einem kreativen Rahmen weiterverarbeiten. Darüber
hinaus gibt es keine nennenswerte Wartezeit für den gedruckten Output.
1. Die CeBIT wird weiterhin für die meisten IT-Anbieter - und damit auch die Druckerhersteller - die Leitmesse sein. Und da die Druckerfirmen fast vollzählig in der Halle 1 versammelt sind - in diesem Jahr wird auch die HP-Druckerorganisation erstmals hier ausstellen - ist die Auflösung der Halle 7 kein ernsthaftes Problem. Die Paperwold hat sich dagegen in diesem Jahr als spezialisierte Plattform für den Bereich Imaging positionieren können und ist für den PBS-Fachhandel die wichtigste Messe.
2. Digital Imaging deckt ein extrem breites Portfolio aus Hard- und Software, Zubehör und Dienstleistungen ab. Je nach dem Anwender und seinen persönlichen Vorlieben bzw. Notwendigkeiten wird die Zusammensetzung seiner Lösung sehr unterschiedlich aussehen; das Zubehör spielt dabei eine wichtige, aber nicht unbedingt die zentrale Rolle. Es gibt viele Anwendungen, die sich ganz auf die elektronische Bildverarbeitung und -weitergabe konzentrieren, andere wieder bilden den klassischen Fotoprozess ab, fotografieren und drucken selbst aus - die Vielseitigkeit ist ja vor allem das eigentlich Faszinierende.
3. Man sollte die Kosten von chemisch entwickelten und selbst gedruckten Fotos nicht direkt miteinander vergleichen. Denn bei digitalen Bildern geht man ganz anders vor: Man speichert und druckt nur das aus, was man wirklich behalten möchte oder braucht. Außerdem entfallen die Wartezeiten, die Fahrten von und zum Labor bzw. Drogeriemarkt etc. Und wenn man dazu rechnet, was es kosten würde, Fotos in der konventionellen Post nach USA oder Afrika zu schicken statt einfach als Attachement blitzschnell über e-mail weltweit zu versenden, sieht die Bilanz nochmals anders aus.
1. Man sollte die CeBIT-Messeleitung nicht pauschal verurteilen. An die Stelle der ursprünglichen Halle 7 setzte die Messeleitung ja jetzt die Halle 19, welche sogar noch zentraler und näher bei Halle 1 liegt. Man konnte auch zunächst davon ausgehen, dass in dieser Halle Druckerhersteller und Hersteller von kompatiblem Druckerzubehör vereint werden. Dies macht Sinn, denn eine Tintenpatrone gehört auch in die Nähe des Druckers. Diesen Aspekt hat beispielsweise die Paperworld noch nicht erkannt. Leider haben sich inzwischen die Originalhersteller auf der CeBIT, aus welchen Gründen auch immer, fast komplett in Halle eins zurück gezogen. Von der Halleneinteilung her haben wir daher die gleichen Voraussetzungen wie in Frankfurt. Den größten Fehler der CeBIT-Verantwortlichen sehe ich jedoch in der Einschränkung der Nomenklatur. Es ist unverständlich, Verbrauchsmaterial für eine Drucktechnik, wie zum Beispiel Tintenstrahldrucker zuzulassen, für andere, beispielsweise Thermo-Transfer-Faxgeräte, nicht. Nach der CeBIT wird man Bilanz ziehen und sehen, welche der beiden Messen zukünftig höhere Priorität haben wird.
2. Jeder Besitzer eines Tintenstrahldruckers merkt spätestens beim ersten Patronenwechsel, wie sehr Verbrauchsmaterial an den Geldbeutel gehen kann, wenn das Zubehör der Druckerhersteller eingesetzt wird. Vor allem in wirtschaftlich schlechteren Zeiten ist der Anwender in diesem Punkt noch sensibler. Vom Kostengesichtspunkt her muss man hier also nicht groß Überzeugungsarbeit leisten, das Einsparpotential mit kompatiblen Produkten liegt auf der Hand. Außerdem unterstützen uns hier viele Medien, wie zum Beispiel Fernsehsendungen oder auch Computermagazine. Jeder Leser dieser Zeitschriften ist schon einmal über einen Tintenpatronentest gestolpert und hat objektive Druckkosten-Rechenexempel gelesen. Entscheidend ist jedoch, dem Anwender zu vermitteln, dass nur Markenprodukte, wie die von KMP, qualitativ hochwertig sind und langfristig zur Kundenzufriedenheit führen. Auch hier helfen uns die diversen objektiven Vergleichstests, bei denen KMP-Produkte regelmäßig hervorragend abschneiden.
3. Dass digitale Fotos deutlich teurer als konventionelle Fotoabzüge
sind, ist sicherlich richtig, wenn Tinte und Papier der Druckerhersteller
verwendet werden. Setzen Sie jedoch KMP-Verbrauchsmaterialien ein, zahlen
Sie nur unerheblich mehr. Das Ganze soll an einem Beispiel verdeutlicht werden:
Für herkömmliche Fotoabzüge im Format 10 x 15 cm bezahlt man
durchschnittlich 20 Cent. Werden digitale Fotos beispielsweise mit einem Canon
S750 auf original Canon-Fotopapier mit Originaltinte ausgedruckt, beläuft
sich das Foto 10 x 15 cm auf ca. 42 Cent. Wir unterstellen hier, dass 3 Fotos
auf einer A4-Seite gedruckt werden und beziehen nur Tinte und Papier in die
Berechnung mit ein. Verwendet man allerdings KMP-Tinte und KMP-Fotopapier,
reduzieren sich die Kosten für dieses Foto auf ca. 22 Cent. Damit liegen
die Druckkosten nur unwesentlich über den Kosten eines konventionell
entwickelten Fotos.
Obwohl jetzt schon zwei Drittel aller verkauften Kameras Digitalgeräte
sind, befinden wir uns erst am Anfang eines gigantischen Marktes, der in den
nächsten Jahren weiterhin stark zunehmen wird.
Werner Bögl, Leiter Marketing bei Sigel
1. In der Tat ist Digital Imaging ein sehr stark wachsender Markt, und es war mit Sicherheit ein sehr geschickter Schachzug der Frankfurter Messe-Gesellschaft, sich dieses Themas anzunehmen. Wir hatten auf der Paperworld eine äußerst positive Resonanz auf die Produktsegmente rund um die digitale Fotografie.
2. Die digitale Fotografie ermöglicht es dem Fachhandel, sich noch stärker in Sachen Computer-Supplies zu engagieren. Der Vorteil bei Zubehör-Produkten, wie Tinte und Papier, liegt darin, dass es klassische Verbrauchsmaterialien sind, die ständig benötigt bzw. ständig nachgekauft werden. Dies verspricht dem Handel einen permanenten Umsatz. Neben Papier und Tinte gibt es natürlich eine weitere Vielzahl von Produkten, wie z. B. CD-Rohlinge, CD-Archivierung, CD-Stifte, Speicherkarten, Brenner und vieles mehr, die das Geschäft zusätzlich ankurbeln.
3. Konventionelle Fotoabzüge sind nach wie vor noch etwas preiswerter
als selbst geprintete Photos. Aber der Vorteil der "do-it-yourself Prints"
liegt darin, dass ich das selbst aufgenommene Foto innerhalb von 2 Minuten
in Fotolabor-Qualität ausgedruckt zur Verfügung habe. Ich bin sogar
noch in der Lage, dank Fotosoftware, das Bild zu bearbeiten. Dieses "just-in-time
Printen" in original Laborqualität lässt sich der Anwender
gerne ein paar Cent mehr kosten.
Beide Varianten - digital und konventionell - werden die nächsten Jahre
noch Bestand haben. Aber wir stehen mit Digital Imaging erst am Anfang eines
großen Marktes.
Umfrage Digital Imaging
1.Kaum ein Produktsegment brilliert mit ähnlichen Wachstumsraten wie der Digital-Imaging-Markt. War es vor diesem Hintergrund nicht ein schwerer strategischer Fehler der CeBIT, die ehemalige Halle 7 aufzulösen und damit der Paperworld eine "Steilvorlage" für ihre Imaging World zu liefern?
2. Das Digital Imaging wird nicht zuletzt von digitaler Fotografie und Web-Euphorie getrieben. Die Wertschöpfung resultiert indes vor allem aus den unscheinbareren Supplies. Kann man das den Anwendern glaubhaft vermitteln?
3. Digitale Fotos sind im Vergleich zu konventionellen Fotoabzügen immer noch deutlich teurer pro Bild (Papier und Tinte). Ist nicht der Hauptgrund dafür, dass der Durchbruch zum Massenmarkt bei digitalen Fotos noch nicht erreicht ist? Wie wollen Sie dem begegnen?